„Hospiz macht Schule“ erstmals an der Evangelischen Werkschule Milkau

Über Leben, Abschied, Trauer und Hoffnung sprechen – offen, ehrlich und altersgerecht: Genau darum ging es Mitte Mai bei den besonderen Projekttagen „Hospiz macht Schule“ an der Evangelischen Werkschule Milkau. Erstmalig nahmen die Klassen 5a und 5b an dem bundesweiten Präventionsprojekt teil und erlebten drei intensive und bewegende Tage. „Hospiz macht Schule“ möchte Kinder und Jugendliche behutsam an Themen heranführen, die zum Leben gehören, über die aber oft nur wenig gesprochen wird: Abschied, Sterben, Tod und Trauer. Ziel des Projektes ist es, jungen Menschen Mut zu machen, Fragen zu stellen, Gefühle auszudrücken und sprachfähig zu werden – gerade auch in schwierigen Lebenssituationen. Grundlage dafür bildet ein bundesweit einheitliches Konzept, das kreative, sensible und altersgerechte Zugänge ermöglicht.

Im Mittelpunkt der Projekttage standen die Themen „Der Lauf des Lebens“, „Sterben und Tod“ sowie „Vom Traurigsein und Hoffen“. Die Schülerinnen und Schüler arbeiteten in fünf kleinen Teams, die jeweils von einer Hospizbegleiterin geleitet wurden. Begleitet wurden die Klassen außerdem von ihren Klassenlehrern. Durchgeführt wurde das Projekt von haupt- und ehrenamtlich tätigen Mitarbeiterinnen des Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes Schmetterling aus Chemnitz, des Hospizes Lebenszeit aus Leisnig sowie des Ambulanten Hospizdienstes der Diakonie-Sozialstation Geringswalde.

Die Kinder setzten sich auf kreative und vielfältige Weise mit den Themen auseinander: Sie hörten Geschichten, führten Gespräche, gestalteten Bilder und Collagen, arbeiteten pantomimisch und tauschten Gedanken und eigene Erfahrungen aus. Dabei zeigten sich die Schülerinnen und Schüler offen, interessiert und neugierig. Schnell entstand in den Gruppen eine vertrauensvolle Atmosphäre, in der intensive Gespräche möglich wurden und Gemeinschaft spürbar war. Darüber hinaus erhielten die Kinder auch einen Einblick in die Arbeit von Hospizen. Die Hospizbegleiterinnen berichteten aus ihrem Alltag und erklärten altersgerecht, wie Menschen am Lebensende begleitet werden können. Außerdem konnten die Schülerinnen und Schüler praktische Elemente aus dem Bereich der „Letzten Hilfe“ kennenlernen und selbst ausprobieren. So wurde das Projekt nicht nur emotional und kreativ, sondern auch ganz lebensnah und praxisorientiert gestaltet. Ein gemeinsames Abschlussfest mit Eltern und Großeltern bildete den Höhepunkt der Projekttage. Stolz präsentierten die Schülerinnen und Schüler ihre entstandenen Arbeiten und gaben Einblicke in das, was sie während der Woche bewegt und beschäftigt hatte.

Mit „Hospiz macht Schule“ setzt die Evangelische Werkschule Milkau bewusst auf ein lebensnahes Projekt, das Kinder und Jugendliche stärken soll. Denn gerade der offene Umgang mit schwierigen Themen kann helfen, junge Menschen krisenfest auf das Leben vorzubereiten, Empathie zu fördern und ihnen Mut für herausfordernde Situationen zu geben.

Ein herzlicher Dank gilt allen beteiligten Hospizdiensten sowie den engagierten haupt- und ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleitern, die diese besonderen Tage mit viel Einfühlungsvermögen gestaltet haben.

1. Juni 2026
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